Das Feuer, das der Sonne spottet

DAS FEUER, DAS DER SONNE SPOTTET

Ein Kunstereignis zu Intimität, Körper und Identität

20.-22. + 27.-29.04.2012

Forum S15 | Seestr. 15 | Hannover (Südstadt)

– mit Edin Bajric, Dido Baxevanidis, Axel Boronczyk, Elizabeth Cardozo, Olaf Heinrich, Susanne Elisabeth Heise, Maria Hera, Stefan Heuer, Sam Iravanian, Alexandra von Kriegstein, Stefan Lang, Aenne Langhorst, Anna Christina Lorenzen, Vanessa Mendola, Andreas Miller, Silke Rokitta, Hermann Sievers und Klaus Weiße

<DAS FEUER, DAS DER SONNE SPOTTET> ist ein Projekt der Initiative Kunst und Warum e.V.

Ein HAZ-Artikel zur Ausstellung findet sich hier.

Einblicke in das Projekt und das Programm (Vernissage, Konzerte, Lesungen, Queer Bar, Kurzfilmabend, Künstlergespräch) finden sich  hier.

Der Katalog zur Ausstellung ist über info @ kunstundwarum.de  zu beziehen.

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Die Initiative >KUNST UND WARUM e.V.< möchte mit dem Kunst-Ereignis >Das Feuer, das der Sonne spottet< zum Thema Körper, Identität und Geschlecht die Kommunikation über Ungesagtes ermöglichen, Provokation durch Hinwendung ersetzen und Brüche und ungelöste Fragen zulassen.  Sexualität – allgegenwärtig und verborgen, ständig präsent und doch privat. Wo verläuft die Trennlinie zwischen dem Innen und dem Außen? Wo findet Intimität statt? Was ist Sexualität: Authentizität, Identität, Dialog, Einsamkeit, Obsession, Verletzlichkeit, Geheimnis? Eins davon – oder gleich alles? Die Darstellung von Sexualität und Erotik in der Kunst hat Tradition. Im Zeitalter des Internetpornos ist Provokation vergeblich. Körperbilder verzerren sich, Askese trifft Exzess. Intimität und Wahrhaftigkeit sind die echte Herausforderung.

Mit >Das Feuer, das der Sonne spottet< möchten wir uns einem wesentlichen Anteil menschlicher Identität widmen. Identität, Körper und Intimität bedingen sich gegenseitig, unser Selbst erfahren wir im Kontext der Geschichte unserer Körpererfahrung, im Positiven wie im Negativen. Der Körper als solcher entsteht im kulturellen Kontext, der Umgang mit ihm ist eine kulturelle Praxis. Wie wir aufwachsen, wie wir berührt werden und berühren, wie wir begehren, als welche Person wir uns im Kontext mit der Umwelt empfinden und verhalten – all das macht einen wesentlichen Teil unserer Identität aus. Der Körper ist die Verbindung zwischen der individuellen Erfahrung des Selbst und der Projektionsfläche gesellschaftlicher Erwartung. Im 21. Jahrhundert haben sich viele Grenzen des Körperbewusstseins verschoben, die Art und Weise, wie Sexualität, Geschlechtszuordnung und Intimität erlebt wird, findet neue Ausdrucksformen. Das Rollenverständnis der Geschlechter ist dabei, sich zu wandeln. Außerdem werden wir aufmerksam gegenüber der kulturellen Funktion der Zuordnung der Geschlechter: schließlich ist auch die Wahrnehmung des Geschlechtes zu einem großen Teil kulturell gewachsen und auf keinen Fall auf rein biologischer Grundlage geprägt.

Es ist kein Wunder, dass je vermeintlich offener man mit dem Thema des Eros umgeht, das Wesen des Verborgenen, das Aufregende, das Verbotene, das Grenzüberschreitende, das seit jeher ein Merkmal von erotischer Kraft war, schwindet. Das Spannungsfeld im Privaten wird schwächer durch die fortschreitende gesellschaftliche Akzeptanz.
Die Medienlandschaft verändert sich. Das Internet ist eine leicht zugängliche Quelle sexueller Stimulation. Wo früher der „Playboy“ unter der Ladentheke schamhaft verborgen wurde, reichen nun ein paar Klicks im Netz, und alle Spielarten der Sexualität sind verfügbar. Was heißt das für die Wahrnehmung unseres eigenen Körpers, für unsere Identität, für unsere Sexualität?

Wir möchten unsere Besucher zur Auseinandersetzung mit den eigenen Wünschen und Sehnsüchten auffordern und dabei den Respekt für die Vielfalt nicht vergessen. Wir möchten dazu ermutigen, neugierig und offen zu sein, sich die Welt zu erfragen und genauso spielerisch wie ernsthaft im Dialog mit dem Intimen, dem Anderen sowie wie mit sich selbst zu sein.

Denn: das tiefste Rätsel ist das in uns selbst.
Silke Rokitta (Projektleitung)

 

 

Das Projekt wurde gefördert von der Region Hannover, dem Kulturbüro der Stadt Hannover und der Stiftung Edelhof Ricklingen.

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