„Existenz“, LICHT(e)WEGE 2014

Inmitten von Dunkelheit schwebt eine bläulich leuchtende Seifenblase zum Boden. Sie zerplatzt. Die nächste Blase sinkt. Auch sie zerplatzt. Nun eine Gruppe von Blasen, klein und groß, sie fallen zu Boden, sie vergehen auf dem Weg dorthin. Seifenblase um Seifenblase entsteht, fällt und löst sich auf, leuchtend, perfekt, zart und vergänglich.

Seit der Antike ist die Seifenblase eine Metapher für die Vergänglichkeit der menschlichen Existenz.

Silke Rokitta, 2014

 Installation, Seifenblasenmaschine und Licht, Silke Rokitta, 2014


“ Auch das poetische Motiv der Seifenblasen, das Silke Rokitta in ihrem Beitrag „Existenz“ aufgreift, findet sich in unserer Schausammlung. Auf dem Vanitas Gemälde, das im Untergeschoss des Museums hängt, kann der Besucher neben einem Totenschädel auch Seifenblasen entdecken.

Seifenblasen(in denen sich häufig irdische Güter spiegeln) sind eine Anspielung auf die Momenthaftigkeit des Seins. In diesen ephemeren, fragilen Gebilden aus Wasser und Lauge spiegelt sich der ganze Glanz und Reichtum unserer Welt wider. Dass diese Glitzerwelt nach kurzer Zeit zerplatzt, wurde früher als Hinweis darauf verstanden, dass das ganze Leben nur Spiegel und Schaum sei. Wer diesen Fingerzeig ignorierte, lief Gefahr, sein Seelenheil zu verspielen.

Gleichzeitig gelten die schillernden Gebilde als „Homo bulla“, als Symbol des menschlichen Lebens und als Sinnbild sowohl seiner Zartheit und Schönheit als auch seiner Verletzlichkeit und Vergänglichkeit. “

(Textauszug aus der einleitenden Begrüßung für LICHT(e)WEGE während der Eröffnung am 04.07.2014 von Gerold Eppler, Museum für Sepulkralkultur)

Herzlichen Dank an das Museum für Sepulkralkultur, ganz besonders an Frau Jutta Lange und Herrn Gerold Eppler,  für die freundliche Unterstützung!


Update 29.01.2016 – Kürzlich war der Hessische Rundfunk bei uns im Atelierhaus S 15 – der Beitrag über LICHT(e)WEGE in Kassel, die Ausstellungsreihe von Markus Hutter und Herwig Thol, wurde am 26.01.2016 um 19:30 in der Hessenschau des Hessischen Rundfunks im Rahmen einer Reihe über die Rolle des Lichts in der dunklen Jahreszeit gesendet (im letzten Teil gegen Ende der Sendung).

Meine eigene Arbeit „Existenz“, die ich bei LICHT(e)WEGE 2014 gezeigt habe, wurde auch vorgestellt.

Der Beitrag findet sich im Sendungsarchiv der Hessenschau:
http://hessenschau.de/tv-sendung/video-10398.html

 

Link zu einem Video der Arbeit auf der FB-Page von LICHT(e)WEGE, gepostet von Maximilian Sichart am 09.08.2014

 

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