Konglomerat 01

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Silke Rokitta – Konglomerat 01 – 2016 – Objekt (Plüschtierfüsse und Discokugelmotor, Durchmesser ca. 76 cm)

 

Kuscheltiere sind Dinge, die nicht als Dinge wahrgenommen werden. Sie sind Projektionsfläche und lebendiges Wesen zugleich, dem magische Eigenschaften zugeschrieben werden. Man kann mit ihnen reden, ihnen Geheimnisse anvertrauen, sie sind Vertrauter, Freund, Verbündeter.


Was passiert, wenn sie wieder Dinge werden, auseinandergenommen werden und neu zusammengesetzt?
Das ist ein Vorgang, der Entsetzen auslöst.
Die Objektpermanenz wird zerstört.
Es ist wieder nur ein Ding. Das Auseinandernehmen ist Mord, ist Meuchelei, mit starken Gefühlen besetzt: Schutz des Unschuldigen, Schutz des Hilflosen, Schutz des Kindlichen.


Neu zusammengesetzt wird es ein Anderes, eine Transformation aus der gleichen Substanz, eine „transmutatio“. (Ob Gold daraus wird, entscheidet der Betrachter.) Die Niedlichkeit bleibt, die neue Form verstört. Die Verstörung ist physisch spürbar, visceral, tief innen. Was ist es nun, die neue Form?


Sie ist ein Organismus, bestehend aus Vielen, eine Zelle aus vielen Zellen, eine Kugel aus gefühlt organischen Bestandteilen.


Ein neues Leben, eine neue Form.

(Text: Silke Rokitta)

 

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