Matrix

Die Arbeiten der Künstlerin scheinen auf den ersten Blick einer geologischen Sammlung oder einem Forschungslabor zu entstammen. Doch statt der Fundstücke aus der Natur wurden die kristallinen Objekte aus Düngesalzen gezüchtet. Dabei spielen chemische Prozesse eine Rolle, die von der Künstlerin initiiert, begleitet und kontrolliert werden. Neben den frei stehenden Kristallen dient Papier als Unterlage, auf dem die Düngesalze eine Art Kruste bilden. Die so entstandenen Bildobjekte zeigen surreale Landschaften, die fragil und kostbar wirken.

Die Auseinandersetzung mit Formen und grundlegenden Strukturen setzt sich in einer intensiven Beschäftigung mit den Mustern neolithischer Keramik fort. Diese werden aus dem Zusammenhang gelöst, in Linolschnitt umgesetzt und als zeichenhafte Abfolge unter Verwendung von Erdpigmenten auf Papier gedruckt. Sie wirken wie frühe Schrift- oder Zeichensysteme, die keine Lesbarkeit im üblichen Sinne besitzen, sondern durch Rhythmus, Form und Wiederholung bestechen.

Zeitliche Prozesse und ein forschender Ansatz spielen eine erhebliche Rolle bei den Werken der Künstlerin, die in Hannover lebt und arbeitet.

 

Julienne Franke, Städtische Galerie Lehrte, 2019

Werbeanzeigen

Zur Konzeption der „Salze“

Düngesalze ermöglichen hohe landwirtschaftliche Erträge und werden in enormen Mengen ausgebracht, sie lassen Pflanzen wachsen, erhöhen die Qualität, gefährden aber auch während der Herstellung und durch erhöhten Gebrauch das Grundwasser und versalzen den Boden.

Befreit von kommerziellen und sachlichen Aspekten gebe ich den Salzen ihre grundlegende kristalline Struktur wieder. Das Nützlich-Schädliche wird schön. Die umweltbeeinflussende Substanz verwandelt sich in zufällige ästhetische Form, folgt physikalisch-chemischen Gesetzmäßigkeiten, um das zu werden, was sie in ihrer Substanz wirklich ist.

Weiterlesen

Ströme

Ströme, LICHT(e)RÄUME # 4

Alles, was lebt, wird durchströmt: von Blut, von Säften, von Wassern und Lymphen.

Elementare Stoffwechselvorgänge innerhalb der Pflanze verwandeln sich in „Ströme“ in wahrnehmbare Impulse. Wir übersetzen die „Ströme“ in  Licht und Ton und ermöglichen so Hinweise auf das üblicherweise verborgene  Geschehen.

Wir kehren die Richtung der Kommunikation um: nicht wir sprechen mit der Pflanze – sondern sie mit uns. Weiterlesen

Re∙la∙tion

 

Vier Fotografien, ausgewählt aus den geerbten Dias des Großvaters, sind gepaart mit vier Fotografien aus dem Archiv der Künstlerin (die Bilder des Großvaters links, die der Künstlerin rechts). Die Bilder sind verwandt: die Motive der Bildpaare ähneln sich und spiegeln Varianten einer bildnerischen Grundsituation.

Inkjetprints auf Hahnemühle Photo Rag

2018

Artist Statement

Ursprünglich in der Dokumentarfotografie und dort speziell in den Themen der Kulturlandschaft verortet, erforsche ich nun in Objekten und Rauminstallationen kristalline Zustände, Serien und Ordnungssysteme, ihre Strukturen, Zeitbedürfnisse, Verwandlungen, Abweichungen und Störungen.

Mich interessieren Grundformen und Naturgesetze: durch künstlerische Interventionen und Wiederholungen formen sich ästhetische und sinnliche Reaktionsmuster.

Momentan züchte ich Kristalle aus Düngesalzen, bilde Konglomerate aus Plüschtieren und verarbeite in Linolschnitten durch das Neolithikum inspirierte visuelle Grundmuster in den Varianten von Strich, Linie und Punkt.

Salze – Objekte und Bildwerke

Silke Rokitta

Salze – Objekte und Bildwerke

04.-26.11.2017, Forum S 15, Hannover

Salze II

Salze II – Neun Einzelkristalle auf entsprechendem Düngesalz in Tonuntersetzer Ø 20 cm, 2015

von links nach recht und oben nach unten:

Patentkali, Monokaliumsulfat, Kupfersulfat, Hakaphos Rot, Hakaphos Grün, Hakaphos Gelb, Kaliumaluminiumsulfat, Bittersalz, Hakaphos Blau