Konglomerat 01

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Silke Rokitta – Konglomerat 01 – 2016 – Objekt (Plüschtierfüsse und Discokugelmotor, Durchmesser ca. 76 cm)

 

Kuscheltiere sind Dinge, die nicht als Dinge wahrgenommen werden. Sie sind Projektionsfläche und lebendiges Wesen zugleich, dem magische Eigenschaften zugeschrieben werden. Man kann mit ihnen reden, ihnen Geheimnisse anvertrauen, sie sind Vertrauter, Freund, Verbündeter.


Was passiert, wenn sie wieder Dinge werden, auseinandergenommen werden und neu zusammengesetzt?
Das ist ein Vorgang, der Entsetzen auslöst.
Die Objektpermanenz wird zerstört.
Es ist wieder nur ein Ding. Das Auseinandernehmen ist Mord, ist Meuchelei, mit starken Gefühlen besetzt: Schutz des Unschuldigen, Schutz des Hilflosen, Schutz des Kindlichen.


Neu zusammengesetzt wird es ein Anderes, eine Transformation aus der gleichen Substanz, eine „transmutatio“. (Ob Gold daraus wird, entscheidet der Betrachter.) Die Niedlichkeit bleibt, die neue Form verstört. Die Verstörung ist physisch spürbar, visceral, tief innen. Was ist es nun, die neue Form?


Sie ist ein Organismus, bestehend aus Vielen, eine Zelle aus vielen Zellen, eine Kugel aus gefühlt organischen Bestandteilen.


Ein neues Leben, eine neue Form.

(Text: Silke Rokitta)

 

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DunkelWunder – Eine Kunsterfahrung im Dunkeln

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Das Atelierhaus S 15, bestehend aus Arsalan Abedian, Stefanie Aselmann, Markus Hutter, Silke Rokitta und Ingrid Angelika Rost, ermöglicht am 19. ZINNOBER-Kunstvolkslauf-Wochenende in Hannover eine Kunsterfahrung im Dunkeln: Ohne bzw. mit wenig Licht brechen die Besucher mit visuellen Gewohnheiten, sie tasten, erahnen und spüren die gezeigten Arbeiten ganz neu. In der Vorbereitungsphase gesammelte Klänge der künstlerischen Prozesse bilden als Klanginstallation eine sowohl in sich unabhängige  Weiterlesen „DunkelWunder – Eine Kunsterfahrung im Dunkeln“

Salze I

Düngesalze ermöglichen hohe landwirtschaftliche Erträge und werden in enormen Mengen ausgebracht, sie lassen Pflanzen wachsen, erhöhen die Qualität, gefährden aber auch während der Herstellung und durch erhöhten Gebrauch das Grundwasser und versalzen den Boden.

Befreit von kommerziellen und sachlichen Aspekten gebe ich den Salzen ihre grundlegende kristalline Struktur wieder. Das Nützlich-Schädliche wird schön. Die umweltbeeinflussende Substanz verwandelt sich in zufällige ästhetische Form, folgt physikalisch-chemischen Gesetzmäßigkeiten, um das zu werden, was sie in ihrer Substanz wirklich ist. Weiterlesen „Salze I“

Jahresgabenausstellung 2016

Silke Rokitta zeigt neue Arbeiten in der „Jahresgabenausstellung 2016“ des Kunstvereins Neustadt am Rübenberge e.V.:

Vernissage am Freitag, dem 29.01.2016 um 19:00 Uhr mit einer Einführung von Christian Fahlke

Finissage am Sonnabend, dem 27.02.2016 ab 15:00 Uhr

Die Ausstellung ist vom 30. Januar bis zum 27. Februar 2016 zu folgenden Zeiten geöffnet: Weiterlesen „Jahresgabenausstellung 2016“

Ein Selbstportrait bei ME, MYSELF AND WHY

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ME, MYSELF AND WHY

Eine Kunstausstellung zum Thema Selbstportrait

15.-24.08.2014

Das ATELIER ohne Titel wird am 15. August 5 Jahre alt und das feiern wir mit einer partizipativen Kunstausstellung zum Thema >SelbstportraitSelfie<-Druckstation? Geeeenau! Denn wir wollen auch DICH bzw. Dein Selbstportrait in unsere Ausstellung mit einbinden. Print it. Hang it. Share it. Weiterlesen „Ein Selbstportrait bei ME, MYSELF AND WHY“

Code 01

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Ein Traum. Das Bild einer Stickerei im Kreuzstich vor Augen, blaugrau und anthrazit auf hellem Grund.

Groß, kaum überschaubar. Fragil. Verschlüsselt, regelhaft, ich zeichne das Muster direkt nach dem Aufwachen.

Ein Motiv aus der Tiefe des Unbewußten. Eine Botschaft, binär, wie eine Lochkarte, eine Sprache, eine  Matrix.

Die Bedeutung – ein Geheimnis. Ein Code.

Der Schlüssel fehlt.

 

Silke Rokitta – Code 01 (Gesticktes Unikat, 76 x 51 cm, 2013)

konnektor #25 “Heimatbild”

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Mit einer meiner „Waldgesellschaften“ nehme ich an der Ausstellung „Heimatbild“ im Konnektor Hannover teil:

Ausgangspunkt und einziges festes Element in der prozesshaften Themen-Ausstellung ist die Serie “black as pitch” von Olaf Rößler. Die imposanten, mystisch-faszinierenden Fotografien zeigen Landschaft und Architektur seiner Heimat – fotografiert bei Nacht.  –  Neben diesen großen, dunklen und nur dezent farbigen Fotos werden als Kontrast vielfältige fotografische Arbeiten aus einer offenen Ausschreibung sowie Workshopergebnisse von Fotospaziergängen durch Hannover zum Thema Heimat präsentiert.

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EX hoch Plus lädt ein

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o.T., Acryl auf Leinwand, 1,20 x 1,50 m, 2012

EX hoch Plus (Iris Schmitt + Nils Schumacher) mit Silke Rokitta

EX hoch Plus, das Künstlerduo, lädt gerne Künstler und Künstlerinnen ein zur gemeinsamen Malerei. Das Format steht fest, die Form findet sich dann schon. Ein heiterer Sonntagnachmittag, eine frische Leinwand, und wir malen, die eine Form gibt die andere, wir wechseln uns ab, wir malen gemeinsam, wir sind mehr als die Summe der Teile.

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„Waldeinsamkeit“ ist ein Schlüsselwort der deutschen Romantik. Da stellt man sich einen versponnenen Poeten vor, der – ganz allein durchs Dickicht irrlichternd – den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, weil er seinen Träumen nachhängt. Vor dieser Weltflucht schützt die Kamera. Mit ihren Bildern beweist Silke Rokitta augenfällig, daß Waldeinsamkeit auch Konzentration aufs Reale bedeuten kann, eben den Blick für Bäume – als namentlich exakt bezeichnete Individuen einer Waldgesellschaft. Weiterlesen „meisterschüler06“

Parallel Perspective

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Two lines are geometrically parallel if they do not intersect. Two geometrically parallel lines intersect in the distance, meet at horizon for the human eye.
So I wanted to test my human perception: what would happen if I would mark two lines, seemingly parallel for the eye, not intersecting in the distance? They would spread out and would not be parallel in reality anymore – but give an impression of parallelism for human perception.

To mark the lines I used wooden sticks, used for marking tracks in the mountains. I liked the idea to use material close to the place, to offer a connection between my abstract experiment and the site, to avoid materials not common up here. I also liked the easy way of placing and removing the wooden sticks, illustrating an abstract idea in a most reduced, simple way. Black of wood, white of snow, easy like a pencil on paper, like a sketch, the simplified structure of an idea. I found out that my idea sounded simply, but it was difficult to realize. There is no exact measure possible out in the snow. You need somebody who show you the right positions of every stick and direct you by sign, some mark to fix the eye, for example on a window, for the person who helps you, and in the end it is not the mark that decides, it is the human eye. The lines simply have to seem to be parallel, no matter of reality.

In the end I found the lines.

It works.

Parallels do not intersect.

Silke Rokitta, 2007

Parellel Perspective, Silke Rokitta, Wooden sticks, Finsevatnet / Finse, Norway, 2007

Thinking about landscape

Landscape is a term grown in history, connected to landscape painting in 17th century.
Landscape is shape, human influence, in the transition between nature and culture.
Landscape is just in parts natural, but more cultural and changes constantly by human
influence.
Landscape can be interpreted by the viewer.
The interpretation of landscape is based on ideas changing over the time. Weiterlesen „Thinking about landscape“

Elf City

Walking mostly in the middle of the night, at a place far from the places I knew, an Iceland even alien to Icelanders. Far from the cities, in May, when the night is never dark and just a twilight of maybe two hours, creating a state between. In a time when the light between day and night illuminates the land, and a heat wave pushes the temperature above twenty degrees every day.
Drying racks, Elf hills, playgrounds, blocked up windows, industry buildings, buoys, signals, the horizon. Smooth agates in the streambeds, crystal high up in the mountains of green and red stone.
Smell of seaweed, constant breeze.
A geological formation on the brink of the village: home of the Icelandic Queen of the Elves.
Elf City.

Weiterlesen „Elf City“

Imago mortis

Die sechs gut erhaltenen Mumien aus der Gruft der Parochialkirche in Berlin-Mitte wirken nach ca. 250 Jahren immer noch emotional lebendig, sie strahlen Eigenart und eine starke Präsenz aus.
Klassisch in Schwarzweiß portraitiert, mit dauerhaften Abzügen auf Barytpapier, möchte ich ihre Würde respektieren. Auch im Tod ist ein Teil ihrer Individualität noch wahrnehmbar, sie lösen eine Resonanz in uns aus, sie erinnern uns, sie sind unvergänglich in ihrer Gegenwart. Weiterlesen „Imago mortis“

Shells

 

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Während der Dionysià Residency im Mai 2008 im isländischen Borgarfjordur eystri wanderte ich viel durch die Umgebung des Dorfes. Hohe Gerüste aus Holz stehen in der freien Landschaft, an ihnen hängt der Kabeljau zum Trocknen. Der Wind bewegt sich, sie stoßen aneinander, klappern leise und hohl. In der ehemaligen Fischfabrik des Ortes hängte ich Miesmuscheln an Wollfäden. In der Zugluft klappern auch sie.

Installation, Muscheln und Wolle, Borgarfjordur eystri, Island, 2008

In einem Haus

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aus „In einem Haus“: Immer gibt es, wenn schon nicht Lösungen, so doch Ansätze. Puzzle, 30 x 40 cm, Silke Rokitta, 2009

Die gesamte Installation findet sich HIER – bitte klicken!

Eng, weit, offen, dunkel, hell, laut, zugig, verschlossen, heimlich.
Mit Luken, mit Fenstern, mit Läden, mit Löchern, mit Klappen, mit Gittern.
Die Mauern werden nach oben hin dünner, die Grundfläche größer. Mehr Licht, mehr Höhe. Die Vögel, die Federn. Staub und Vogelkot. Wind. Steine, Stufen, Holz und Mörtel. Brutplatz. Alter Stadtknochen.

Weiterlesen „In einem Haus“

Arboretum

Fast schon auf dem Lande, oberhalb der Stadt, wurde der Forstbotanische Garten der Universität Göttingen in den Siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts angelegt.
In einer topografisch kaum zu definierenden Landschaft, hügelig und bewaldet, im hohen Gras, stehen die Gruppen der Bäume isoliert voneinander, bezogen aufeinander.
Die Pflanzung ist durchdacht aufgebaut und thematisch gruppiert. Weiterlesen „Arboretum“

Waldgesellschaften

 

Pflanzen bilden Gesellschaften. Sie gruppieren sich, unterstützen sich, haben Vorlieben, reagieren auf Einflüsse, verdrängen sich gegenseitig, bilden Konkurrenzen und Unverträglichkeiten aus. Sie verändern sich und bilden ein dynamisches Gefüge.
Die uns umgebende Vegetation bildet einen genauen Spiegel unserer Kultur. Kulturlandschaft ist das Umfeld, in dem wir uns bewegen.  Weiterlesen „Waldgesellschaften“