Artist Statement

 

Ursprünglich in der Dokumentarfotografie und dort speziell in den Themen der Kulturlandschaft verortet, erforsche ich nun in Objekten und Rauminstallationen kristalline Zustände, Serien und Ordnungssysteme, ihre Strukturen, Zeitbedürfnisse, Verwandlungen, Abweichungen und Störungen.

Mich interessieren Grundformen und Naturgesetze: durch künstlerische Interventionen und Wiederholungen formen sich ästhetische und sinnliche Reaktionsmuster.

Momentan züchte ich Kristalle aus Düngesalzen, bilde Konglomerate aus Plüschtieren und verarbeite in Linolschnitten durch das Neolithikum inspirierte visuelle Grundmuster in den Varianten von Strich, Linie und Punkt.

 

Silke Rokitta

2017

Werbeanzeigen

Konglomerat 01

konglomerat01_klein

Silke Rokitta – Konglomerat 01 – 2016 – Objekt (Plüschtierfüsse und Discokugelmotor, Durchmesser ca. 76 cm)

 

Kuscheltiere sind Dinge, die nicht als Dinge wahrgenommen werden. Sie sind Projektionsfläche und lebendiges Wesen zugleich, dem magische Eigenschaften zugeschrieben werden. Man kann mit ihnen reden, ihnen Geheimnisse anvertrauen, sie sind Vertrauter, Freund, Verbündeter.


Was passiert, wenn sie wieder Dinge werden, auseinandergenommen werden und neu zusammengesetzt?
Das ist ein Vorgang, der Entsetzen auslöst.
Die Objektpermanenz wird zerstört.
Es ist wieder nur ein Ding. Das Auseinandernehmen ist Mord, ist Meuchelei, mit starken Gefühlen besetzt: Schutz des Unschuldigen, Schutz des Hilflosen, Schutz des Kindlichen.


Neu zusammengesetzt wird es ein Anderes, eine Transformation aus der gleichen Substanz, eine „transmutatio“. (Ob Gold daraus wird, entscheidet der Betrachter.) Die Niedlichkeit bleibt, die neue Form verstört. Die Verstörung ist physisch spürbar, visceral, tief innen. Was ist es nun, die neue Form?


Sie ist ein Organismus, bestehend aus Vielen, eine Zelle aus vielen Zellen, eine Kugel aus gefühlt organischen Bestandteilen.


Ein neues Leben, eine neue Form.

(Text: Silke Rokitta)

 

DunkelWunder – Eine Kunsterfahrung im Dunkeln

dunkelwunderdoppelt_13x20_klein

Das Atelierhaus S 15, bestehend aus Arsalan Abedian, Stefanie Aselmann, Markus Hutter, Silke Rokitta und Ingrid Angelika Rost, ermöglicht am 19. ZINNOBER-Kunstvolkslauf-Wochenende in Hannover eine Kunsterfahrung im Dunkeln: Ohne bzw. mit wenig Licht brechen die Besucher mit visuellen Gewohnheiten, sie tasten, erahnen und spüren die gezeigten Arbeiten ganz neu. In der Vorbereitungsphase gesammelte Klänge der künstlerischen Prozesse bilden als Klanginstallation eine sowohl in sich unabhängige  Weiterlesen „DunkelWunder – Eine Kunsterfahrung im Dunkeln“

Ein Selbstportrait bei ME, MYSELF AND WHY

MMW_Folder_DIN lang_WEB_aussen

ME, MYSELF AND WHY

Eine Kunstausstellung zum Thema Selbstportrait

15.-24.08.2014

Das ATELIER ohne Titel wird am 15. August 5 Jahre alt und das feiern wir mit einer partizipativen Kunstausstellung zum Thema >SelbstportraitSelfie<-Druckstation? Geeeenau! Denn wir wollen auch DICH bzw. Dein Selbstportrait in unsere Ausstellung mit einbinden. Print it. Hang it. Share it. Weiterlesen „Ein Selbstportrait bei ME, MYSELF AND WHY“

Zu den „Kulturlandschaften“ von Silke Rokitta

… Naturlandschaften, das heißt, naturbelassene Landschaften, bestehen heutzutage so gut wie nicht mehr. Denn mittlerweile hat der Mensch die Finger überall im Spiel und gestaltet Landschaft nach seinen Ideen und Bedürfnissen. Deshalb dient das Wort lediglich noch als begriffliche Abgrenzung zu Kulturlandschaften. Die UNESCO nennt sie Kulturgüter, in denen sich die Wechselwirkung von Mensch und Natur repräsentieren. Kulturlandschaften veranschaulichen die Evolution und das Sesshaftwerden von menschlichen Gesellschaften. In ihnen repräsentieren sich physische Anstrengungen, soziale, ökonomische und kulturelle Kräfte auf der einen und natürlichen Bedingungen, Dieser Prozess dauert bis heute an. Weiterlesen „Zu den „Kulturlandschaften“ von Silke Rokitta“

Code 01

silkerokitta_code01_(1)

Ein Traum. Das Bild einer Stickerei im Kreuzstich vor Augen, blaugrau und anthrazit auf hellem Grund.

Groß, kaum überschaubar. Fragil. Verschlüsselt, regelhaft, ich zeichne das Muster direkt nach dem Aufwachen.

Ein Motiv aus der Tiefe des Unbewußten. Eine Botschaft, binär, wie eine Lochkarte, eine Sprache, eine  Matrix.

Die Bedeutung – ein Geheimnis. Ein Code.

Der Schlüssel fehlt.

 

Silke Rokitta – Code 01 (Gesticktes Unikat, 76 x 51 cm, 2013)